Schule 2020 – alles neu?

Das Jahr 2020 wird immer als Corona-Jahr gelten. Im März wurden die Schulen überrascht – im September hat man den Eindruck, dass man zwar nicht mehr überrascht ist aber die Vorbereitung der Standorte durch das Ministerium zumindest mangelhaft war.

Oft hört man ja als Lehrer folgendes Argument: „Lehrer wird man ja aus 2 Gründen – Juli und August.“ Nun ja – darauf soll an der Stelle nicht eingeangen werden aber als Lehrer sucht man derzeit schon nach den Maßnahmen des Ministeriums in diesem Zeitraum. Jenen Maßnahmen, die den Schulbetrieb im Schuljahr 2020/21 sicherer gestalten sollen. Passiert ist zentral wenig, Verantwortungen wurden in die Autonomie der Standorte abgeschoben und Standorte fühlten sich daher im Regen stehen gelassen.

Und eigentlich hat man in der Autonomie dann zwei Möglichkeiten – trotzdem auf Anweisungen hoffen oder selber einen Weg suchen. Und da es viele LeiterInnen gibt, die sich ihren eigenen Weg gesucht haben, gibt es nun auch eine große Vielfalt an Wegen, die nun gegangen worden sind. Soweit so gut. Viele Standorte gehen mit dieser besonderen Zeit auch wirklich gut um. Haben eigene Präventionskonzepte, haben eigene Maßnahmen, arbeiten gewissenvoll und vorsichtig. Manchmal hat man allerdings den Eindruck, dass die Arbeit der vorgesetzten Stellen dann hin und wieder die Leistungen der Schulen torpedieren. Zu oft werden Bescheide spät oder zu spät zugestellt, Maßnahmen dementsprechend spät getroffen und auch groteske Entscheidungen (die zugegeben gesetzlich korrekt sind) umgesetzt. So werden Geschwister in Quarantäne geschickt, ein Teil positiv und einer nicht. Der positive Fall darf nach 10 Tagen wieder in die Schule, der zweite muss weitere 10 Tage zu Hause bleiben – und schlußendlich dürfen beide wieder in die Schule und das ohne weiterer Testung (auch wenn er nicht fit ist). So und auf anderen Wegen schleppt man dann doch potentielle Gefahren in die Schulen – und mal ehrlich. Dafür sind dann 1.200 Verdachtsfälle bei 1,1 Millionen Schülern nicht alarmierend.